Warum Sie Ihren Naturstein ruinieren, wenn Sie mit Essig putzen

„Essig hilft gegen alles!“ – Diesen Satz hat wohl fast jeder Wiener schon einmal von der Oma gehört. Und ja, im Salat oder zum Entkalken des Wasserkochers ist Essig ein Wundermittel. Aber wenn es um Ihren edlen Marmorboden im Vorzimmer oder den Kalkstein im Bad geht, gilt: Hände weg!

Es ist ein klassisches Trauerspiel, zu dem wir als Meisterbetrieb oft gerufen werden: Der Kunde wollte besonders gründlich sein, hat zum beliebten Hausmittel gegriffen – und steht nun vor einem stumpfen, fleckigen Boden. Warum „sauer“ in diesem Fall gar nicht lustig ist und wie Sie Ihre Investition schützen, verraten wir Ihnen heute.

 

Die Chemie dahinter: Warum Stein und Säure Feinde sind

Um zu verstehen, warum Essig (und auch Zitronensäure oder aggressive Badreiniger) so gefährlich sind, müssen wir kurz in die Geologie eintauchen.

Viele beliebte Natursteine in Wien sind Kalksteine. Dazu gehören:

  • Marmor (Carrara etc.)
  • Travertin
  • Jura
  • Solnhofener Platten
  • Terrazzo (da das Bindemittel oft kalkhaltig ist)

Diese Steine bestehen chemisch gesehen aus Calciumcarbonat. Essig ist eine Säure. Wenn Säure auf Kalk trifft, passiert eine chemische Reaktion: Der Kalk löst sich auf.

Das Ergebnis: Die polierte Oberfläche wird augenblicklich rau und matt. Es entstehen sogenannte „Verätzungen“. Diese sehen aus wie Wasserflecken, lassen sich aber nicht wegwischen, da die Oberfläche physisch zerstört ist.

 

Der Teufelskreis der falschen Pflege

Das Tückische daran: Wenn Sie den Boden mit Essigwasser wischen, wird er vielleicht erst einmal sauber wirken. Aber mit jedem Wischen rauen Sie die Oberfläche mikroskopisch weiter auf. Ein rauer Stein zieht Schmutz viel magischer an als ein glatter. Der Boden wird also schneller wieder schmutzig. Der Impuls? „Ich muss stärker putzen!“ Ein Teufelskreis beginnt, an dessen Ende ein ruinierter, stumpfer Boden steht, der seinen ganzen Charme verloren hat.

 

Wie Sie Naturstein richtig pflegen

Werfen Sie den Essigreiniger nicht weg – aber nutzen Sie ihn nur für Keramikfliesen oder das WC (sofern dort kein Naturstein verbaut ist!).

Für Ihren Naturstein gilt:

  1. pH-Neutral ist Pflicht: Verwenden Sie nur Reiniger mit einem pH-Wert von ca. 7. Spezielle Edelsteinseifen oder Wischpflegen aus dem Fachhandel sind ideal.

  2. Weiches Werkzeug: Keine kratzenden Schwämme (grüne Seite!) und keine harten Bürsten. Mikrofaser oder weiche Baumwolle sind die beste Wahl.

  3. Vorsicht bei Getränken: Auch Orangensaft, Wein oder Cola enthalten Säure. Wenn beim Feiern etwas daneben geht: Sofort aufwischen!

 

Hilfe, das Kind ist schon in den Brunnen gefallen!

Sie lesen diesen Artikel zu spät und haben bereits matte Stellen oder Verätzungen im Marmor? Keine Panik. Der Boden ist nicht verloren, aber mit Putzen kommen Sie jetzt nicht mehr weiter.

Hier kommt Nobleclean ins Spiel. Als Profi für Steinreinigung können wir den Stein retten.

  • Kristallisieren: Bei leichten Verätzungen härten wir die Oberfläche chemisch-mechanisch wieder aus und stellen den Glanz her.
  • Schleifen & Polieren: Bei tiefen Säureschäden schleifen wir mikroskopisch fein die oberste, beschädigte Schicht ab und polieren den Stein auf Hochglanz.

Zusätzlich empfehlen wir fast immer eine professionelle Imprägnierung. Diese zieht in den Stein ein und verhindert, dass Flüssigkeiten (ja, auch der umgekippte Wein) sofort in die Poren eindringen.

 

Fazit: Experimente können teuer werden

Ein Natursteinboden ist eine Investition für Generationen. Sparen Sie nicht am falschen Ende durch aggressive Hausmittel. Wenn Sie unsicher sind, womit Sie wischen sollen, oder wenn Ihr Boden eine professionelle Auffrischung braucht: Rufen Sie uns an. Wir arbeiten garantiert ohne Subunternehmer und mit dem Wissen eines Meisters.

Lassen Sie Ihren Stein wieder strahlen und nehmen Sie jetzt Kontakt auf!

 


 

FAQ Bereich (Häufige Fragen)

  1. Kann ich Granit mit Essig reinigen? Jein. Granit ist zwar säurebeständiger als Marmor, aber nicht unzerstörbar. Manche Granitsorten enthalten Mineralien, die rosten oder sich verfärben können, wenn sie mit Säure in Kontakt kommen. Wir empfehlen auch hier: Bleiben Sie bei pH-neutralen Reinigern, um auf Nummer sicher zu gehen.

  2. Wie entferne ich Kalkflecken auf Naturstein ohne Säure? Das ist die Gretchenfrage. Da Sie keinen Entkalker (Säure) nutzen dürfen, hilft nur mechanische Entfernung. Nutzen Sie einen speziellen Glaskeramik-Schaber (vorsichtig flach ansetzen!) oder sehr feine Stahlwolle (Feinheitsgrad 0000), um den Kalkkruste vorsichtig „abzureiben“, ohne den Stein zu zerkratzen.

  3. Ist Schmierseife gut für Marmorböden? Bedingt. Schmierseife ist zwar nicht sauer (sondern alkalisch), aber sie ist stark rückfettend. Bei dauerhafter Anwendung baut sich Schicht um Schicht ein „Seifenfilm“ auf. Dieser Film bindet Schmutz und der Boden wird mit der Zeit dunkel und streifig. Besser sind moderne Wischpflegen, die keinen Schichtaufbau verursachen.

  4. Was kostet es, einen verätzten Marmorboden zu sanieren? Das hängt von der Tiefe der Verätzung ab. Oft reicht eine Kristallisation (günstiger), manchmal ist ein Diamantschliff nötig. Nobleclean bietet hierfür eine kostenlose Besichtigung in Wien an, um Ihnen einen exakten Fixpreis zu nennen.