Aufzugreinigung: Kabine, Schienen und was Sie nicht selbst machen dürfen
Aufzugreinigung: Kabine, Schienen und was Sie nicht selbst machen dürfen
Die Reinigung umfasst Kabine, Türen, Spiegel, Boden und Türschienen. Schacht, Triebwerksraum und alles hinter der Verkleidung bleiben Sache der Aufzugsfirma.
Was zur Aufzugreinigung gehört und was nicht
Ein Aufzug ist die am dichtesten genutzte Fläche eines Gebäudes. In einem Wiener Zinshaus mit vierzig Parteien fassen mehrere hundert Hände pro Tag dieselben zehn Zentimeter Tableau an. Entsprechend schnell sieht die Kabine gebraucht aus, auch wenn das Stiegenhaus noch tadellos wirkt.
Zur Reinigung gehört alles, was von innen zugänglich ist, ohne ein Bauteil zu öffnen: Kabinenwände, Handlauf, Spiegel, Decke und Leuchtenabdeckung, Boden, Tableau mit den Etagentasten, Türinnenseiten, Türrahmen und Außentableaus auf den Etagen. Diese Leistungen laufen bei uns üblicherweise im Rahmen der Unterhaltsreinigung mit den Stiegenhausdurchgängen mit.
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Checkliste & Fixpreis anfordern →Nicht dazu gehören der Schacht, die Schachtgrube, der Triebwerks- oder Technikraum, Türantrieb, Lichtschranke, Fangvorrichtung und alle Bauteile hinter Verkleidungen. Diese Bereiche darf nur betreten und bearbeiten, wer von der zuständigen Aufzugsfirma dafür eingeschult und beauftragt ist. Sie werden im Rahmen der wiederkehrenden Wartung mitgemacht, und das aus gutem Grund: In der Schachtgrube sammelt sich Öl, Abrieb und Feinstaub, und ein unangekündigter Aufenthalt dort ist lebensgefährlich.
Diese Grenze gehört in das Leistungsverzeichnis geschrieben. Sonst entsteht die typische Lücke, bei der die Hausverwaltung annimmt, die Reinigungsfirma mache den Schacht mit, und die Aufzugsfirma annimmt, jemand anderer kümmere sich um die Türschiene. Am Ende macht es niemand.

Kabinenoberflächen: Edelstahl, Spiegel und Boden
Gebürsteter Edelstahl ist die häufigste Wandverkleidung und gleichzeitig die undankbarste. Er wird immer in Schliffrichtung bearbeitet, nie quer und nie kreisend. Wer quer wischt, arbeitet Schmutz in die Schliffrillen hinein und erzeugt genau die matten Wolken, die später wie Kratzer aussehen. Scheuermilch, Stahlwolle und chloridhaltige Mittel haben in der Kabine nichts verloren, sie hinterlassen Rostpunkte auf einer Oberfläche, die eigentlich rostfrei wäre.
Spiegel und Spiegelglaswände werden zuerst gereinigt und zuletzt abgezogen, damit kein Sprühnebel auf bereits fertige Flächen fällt. Wichtig ist, nie direkt auf die Fläche zu sprühen, sondern auf das Tuch. Läuft Reinigungsmittel an der Spiegelkante hinunter, gelangt es hinter die Verspiegelung und erzeugt dort dunkle Ränder, die dauerhaft bleiben.
Beim Boden entscheidet der Belag. Naturstein verträgt keine sauren Reiniger, Kautschuk keine stark lösemittelhaltigen. PVC und Linoleum nehmen mit der Zeit einen grauen Schleier an, wenn zu viel Pflegemittel aufgebaut wird. Bei stark belasteten Kabinen empfiehlt sich einmal jährlich eine Grundreinigung des Bodens mit Entfernung der alten Pflegeschicht und neuem Aufbau. Ein häufiger Fehler ist zu viel Wasser: Am Türspalt läuft es in die Schwelle und von dort in die Schiene.
Fingerabdrücke und Streifen: warum das Ergebnis oft nicht hält
Beschwerden über Aufzüge betreffen fast nie groben Schmutz, sondern Fingerabdrücke rund um das Tableau und Streifen auf Edelstahl. Beides entsteht durch Hautfett, und Hautfett lässt sich mit Wasser allein nicht lösen. Ein neutraler Unterhaltsreiniger in korrekter Dosierung und ein sauberes, nur leicht feuchtes Mikrofasertuch bringen mehr als jede Erhöhung der Konzentration.
Der zweite Grund für Streifen ist ein gesättigtes Tuch. Wenn dasselbe Tuch schon fünf Kabinenwände gesehen hat, verteilt es nur noch um. Wir arbeiten deshalb mit einem Wechsel je Fläche und trocknen mit einem separaten Tuch nach. Trocknen ist der Arbeitsschritt, der am häufigsten weggelassen wird, und genau der entscheidet über den optischen Eindruck.
Edelstahlpflegemittel auf Ölbasis sehen unmittelbar nach dem Auftragen sehr gut aus. Der Effekt hält allerdings nur bis zum nächsten Handkontakt, danach zeichnen sich Abdrücke sogar deutlicher ab und der Film zieht Staub an. In hochfrequentierten Kabinen ist die nüchterne neutrale Reinigung mit Nachtrocknen das haltbarere Ergebnis. Realistisch bleibt: In einem Bürohaus mit Publikumsverkehr sind zwei Stunden nach der Reinigung wieder die ersten Abdrücke sichtbar. Das ist keine mangelhafte Leistung, sondern die Nutzung.
Türschienen: die kritischste Stelle im Aufzug
Die untere Türführungsschiene der Kabinen- und Schachttüren ist der Punkt, an dem aus einem Reinigungsthema eine Störung wird. In den Nuten sammeln sich Staub, Haare, Streusplitt, Sand, Münzen, Zigarettenstummel und im Winter Salzreste. Verdichtet sich das, laufen die Gleitschuhe schwerer, die Tür schließt verzögert oder reversiert, und irgendwann steht der Aufzug mit einer Türstörung.
Richtig ist die trockene Bearbeitung: aussaugen mit schmaler Fugendüse, bei Bedarf mit einem schmalen Pinsel oder einem Kunststoffspachtel nacharbeiten, danach nur nebelfeucht auswischen. Falsch ist alles, was Feuchtigkeit oder Konsistenz in die Nut bringt. Wasser aus dem Wischeimer läuft in den Türspalt, bindet den Feinstaub zu einer zähen Masse und beschleunigt Korrosion an der Schwelle.
Ebenso falsch ist das gut gemeinte Nachschmieren der Schiene mit Sprühöl oder Silikon. Die Schiene ist konstruktiv trocken vorgesehen, das Schmiermittel bindet Staub zu Schleifpaste. Wenn eine Tür trotz sauberer Nut hakt oder schleift, ist das eine Meldung an die Aufzugsfirma, keine Aufgabe für die Reinigung. Bei uns landet so eine Beobachtung im Objektprotokoll und geht im Rahmen der Hausbetreuung direkt an die Verwaltung.
Wasser und Elektrik: wo die Nassreinigung endet
In der Kabine sitzt mehr Elektrik, als man von innen sieht: Tableau, Notrufsprechstelle, Displays, Beleuchtung, Lichtschranke oder Lichtgitter an der Türkante. Alle diese Bauteile werden nur mit einem ausgewrungenen Tuch bearbeitet, nie mit Sprühen aus der Flasche und nie mit einem tropfenden Bezug.
Beim Tableau ist die dünne Folie über den Tasten der empfindliche Teil. Alkoholhaltige oder scheuernde Mittel lassen Beschriftungen ausbleichen, bis Etagennummern nicht mehr lesbar sind. Ein neutraler Reiniger auf dem Tuch genügt. Die Lichtschranke an der Türkante wird nur abgestaubt und trocken gewischt, da ein feuchter Film die Erkennung stören und dadurch ein Sicherheitsbauteil beeinträchtigen kann.
Die Leuchtenabdeckung an der Decke bleibt geschlossen. Wird sie zum Reinigen abgenommen, greift man in einen Bereich mit spannungsführenden Teilen. Verschmutzte Abdeckungen von innen, tote Insekten in der Leuchte oder ein defektes Leuchtmittel sind Meldethemen. Steht eine intensive Aufarbeitung nach einem Wasserschaden, einer Sanierung oder Vandalismus an, planen wir das als Sonderreinigung in Abstimmung mit der Aufzugsfirma, die den Aufzug für die Dauer außer Betrieb nimmt.
Frequenzen nach Nutzung
| Objekttyp | Kabine und Boden | Türschienen aussaugen | Spiegel, Edelstahl, Tableau |
|---|---|---|---|
| Wohnhaus bis 20 Parteien | 2-mal wöchentlich | wöchentlich | wöchentlich |
| Wohnhaus ab 40 Parteien | täglich Montag bis Freitag | 2-mal wöchentlich | 2-mal wöchentlich |
| Bürohaus mit Publikumsverkehr | täglich | 2-mal wöchentlich | täglich |
| Ordination oder Ärztezentrum | täglich, Kontaktflächen 2-mal täglich | wöchentlich | täglich |
| Hotel | täglich, in Stoßzeiten mehrfach | 2-mal wöchentlich | mehrfach täglich |
| Lastenaufzug Gewerbe oder Lager | wöchentlich | wöchentlich | monatlich |
Zwei Einflüsse verschieben diese Werte spürbar. Erstens die Jahreszeit: Von November bis März tragen Streusplitt und Salz deutlich mehr in die Kabine, in dieser Phase ist ein zusätzlicher Schienendurchgang pro Woche sinnvoll. Zweitens Baustellen im Haus. Solange saniert wird, ist der Aufzug ein Transportmittel für Staub und Material, und die reguläre Frequenz reicht in dieser Zeit nicht aus. Was ein passendes Intervall für Ihr Objekt kostet, halten wir im Anbot mit Fixpreis fest, eine erste Orientierung geben unsere Preise.
Häufige Fragen zur Aufzugreinigung
Darf die Reinigungsfirma den Aufzugsschacht reinigen?
Nein. Schacht, Schachtgrube und Triebwerksraum dürfen nur von eingeschultem Personal der zuständigen Aufzugsfirma betreten werden. Diese Bereiche werden im Rahmen der wiederkehrenden Wartung mitgereinigt. Unsere Leistung endet an allem, was von der Kabine aus ohne Öffnen eines Bauteils erreichbar ist.
Warum schließt die Aufzugstür langsamer, obwohl gereinigt wurde?
Meist steckt verdichteter Schmutz in der unteren Türschiene, oft aus Sand, Streusplitt und Haaren. Wurde dort mit zu viel Wasser gearbeitet, bindet der Feinstaub zusätzlich. Die Nut gehört ausgesaugt und nur nebelfeucht nachgewischt. Bleibt die Tür danach träge, ist es ein Fall für die Aufzugsfirma.
Wie bekommt man Fingerabdrücke dauerhaft vom Edelstahl?
Dauerhaft ist bei täglicher Nutzung nicht möglich, da jeder Handkontakt neues Hautfett hinterlässt. Sinnvoll ist neutrale Reinigung in Schliffrichtung mit anschließendem Trockenwischen. Ölhaltige Pflegemittel wirken kurz sehr gut, ziehen danach aber Staub an und lassen Abdrücke stärker hervortreten.
Muss der Aufzug für die Reinigung außer Betrieb gehen?
Für die laufende Reinigung nicht, sie dauert je Kabine etwa fünf bis zehn Minuten und wird zwischen den Fahrten erledigt. Für eine Bodengrundreinigung oder eine intensive Aufarbeitung nach Bauarbeiten wird der Aufzug kurzzeitig stillgelegt, das stimmen wir vorab mit Verwaltung und Aufzugsfirma ab.
Wie oft sollte ein Aufzug in einem Wohnhaus gereinigt werden?
Bis rund 20 Parteien reichen zwei Durchgänge pro Woche, ab etwa 40 Parteien ist eine tägliche Reinigung von Montag bis Freitag sinnvoll. Die Türschienen werden je nach Größe wöchentlich bis zweimal wöchentlich ausgesaugt, in der Streusplittsaison häufiger.
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